Welcher Saft ist der Beste? - Die Natürlichkeit der Fruchtsäfte

Neuheiten
Frisch gepresster Orangensaft © Unsplash
Frisch gepresster Orangensaft © Unsplash

Die Statistik bestätigt es seit Jahren: Die Deutschen trinken weltweit am meisten Fruchtsaft! Rund 360 Betriebe mit modernsten Technologien produzieren in Deutschland hochwertige Säfte und Nektare. Aber was steckt in unserem Fruchtsaft alles drin? Wir haben beim Verband der deutschen Fruchtsaft-Industrie (VdF) recherchiert, wie ein Saft hergestellt wird, welche Irrtümer bestehen und welcher Saft der „Beste“ ist.

Alle Fruchtsäfte bestehen immer zu 100 Prozent aus dem Saft der Früchte, so garantiert es die Fruchtsaftverordnung. Die Früchte werden erst bei voller Reife verarbeitet, denn nur dann haben sie die optimale Nährstoffzusammensetzung. Ein Fruchtsaft liefert neben Energie, die unser Gehirn und das zentrale Nervensystem gut verwerten kann und außerdem unsere Leistungsfähigkeit erhöht auch eine Vielzahl an Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen und sekundären Pflanzeninhaltsstoffen. Fruchtsäfte aus Zitrusfrüchten sind besonders gute Vitamin-C-Lieferanten.

Orangensaft kann beispielsweise mit einem Gehalt von 36,4 Milligramm Vitamin C pro 100 Milliliter schon fast die Hälfte des Tagesbedarfs von Jugendlichen und Erwachsenen decken. Bei Kindern kann der Tagesbedarf sogar beinahe bis zu zwei Drittel abgedeckt werden. Ein weiterer positiver Nebeneffekt ist die erleichterte Eisenaufnahme. Gerade aus pflanzlichen Lebensmitteln kann Eisen nur schlecht vom Körper aufgenommen werden. Vitamin C kann, bei gleichzeitiger Zufuhr, die Aufnahme verbessern. Beim Frühstück mit Vollkornmüsli unterstützt ein Glas Orangensaft die Eisenaufnahme und kann vor allem Vegetariern und Kindern helfen, den täglichen Eisenbedarf zu decken.

Als Durstlöscher für zwischendurch eignen sich Saftschorlen am besten: Der Mix aus Wasser und Saft ist nicht nur Erfrischung, sondern durch den isotonischen Effekt auch ein ideales Sportgetränk. Um am Nachmittag den „Durchhänger“ des Tages zu bekämpfen, helfen vitalisierende Säfte wie Blutorangensaft oder „Plus“-Säfte mit Acerola oder Granatapfel. Sie versorgen den Körper mit wichtigen Nährstoffen und füllen so die Energiereserven wieder auf.

Aber wie wird aus der Frucht ein Saft?

Im Prinzip geht es schlicht um das Auspressen. Allerdings müssen die einzelnen Herstellungsschritte im Detail auf die zu verarbeitende Fruchtart abgestimmt werden. Äpfel, Orangen, Birnen, Trauben und Co werden zum optimalen Zeitpunkt geerntet und anschließend beim Fruchtsafthersteller angeliefert, gewaschen und verlesen. Der Hauptproduktionsschritt ist das Pressen der Früchte. Nachfolgend wird der Saft gefiltert, abgefüllt und durch Pasteurisation haltbar gemacht.

Im Sinne der Nachhaltigkeit werden die ausgepressten Früchte, die sogenannte Maische, in der Schalen, Kerne und Reste vom Fruchtfleisch enthalten sind, weiterverarbeitet. Der Apfel steht dabei als Paradebeispiel für eine perfekte Kreislaufwirtschaft, er wird zu 100 Prozent verarbeitet. Die ausgepresste und getrocknete Maische, auch Trester genannt, wird überwiegend für die Herstellung von Apfelpektin genutzt. Pektin versüßt uns den Alltag beispielsweise in Form von Marmeladen oder Konfitüren. Weitere Einsatzmöglichkeiten für Trester verschiedener Obstsorten sind die Tierfutterherstellung oder Energiegewinnung.

Direktsaft vs. Fruchtsaftkonzentrat

Fakt ist, dass Direktsaft nach dem Pressen und Filtern der Früchte und einer kurzen Pasteurisation direkt abgefüllt wird. Hingegen wird bei der Herstellung von Fruchtsaftkonzentraten dem Saft mittels Verdampfung das Wasser entzogen. Transport- und Lagervolumen verringern sich dadurch erheblich - aus ökologischer Sicht absolut sinnvoll. Außerdem können schwächere Erntejahre mit diesem Verfahren leichter ausgeglichen werden. Später wird das Konzentrat mit speziell aufbereitetem Trinkwasser rückverdünnt und die Aromen wieder zugeführt. So garantiert die Fruchtsaftverordnung einen 100-prozentigen Fruchtsaft mit vergleichbarer Genussqualität wie ein Direktsaft.

Irrtümer

Ein großer Irrtum ist, dass Fruchtsäften zusätzlich Zucker hinzugefügt werden. Seit 2011 ist es nämlich EU-weit verboten. Geregelt ist dies durch die Fruchtsaftverordnung und gilt sowohl für Direktsaft als auch für Fruchtsaft auf Konzentrat.

Ein weiterer Mythos ist, dass ein Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat kein richtiger Saft ist. Aber wie bereits schon erwähnt, besteht jeder Fruchtsaft immer aus 100 Prozent Frucht. Dabei spielt es keine Rolle, ob er als Direktsaft oder als Fruchtsaft aus Fruchtsaftkonzentrat angeboten wird. Beide Angebotsformen müssen qualitativ gleichwertig sein und enthalten weder Farb- noch Konservierungsstoffe. Das ist ebenfalls durch die Fruchtsaftverordnung gerichtlich geregelt.

Fazit ist, dass man sich gerne ein Glas Saft am Tag gönnen kann, empfiehlt auch die Deutsche Gesellschaft (DGE) für Ernährung. Aufgrund der wertvollen Inhaltsstoffe stuft die DGE Fruchtsäfte nicht als Getränk, sondern als pflanzliches Lebensmittel ein. Daher aber sollte man einen Fruchtsaft nicht als Durstlöscher betrachten.
Den „besten Saft“ gibt es übrigens nicht, denn hier kommt es schlicht auf die Geschmacksvorlieben jeden Einzelnen an!

Um neue leckere Fruchtsaftdrinks zu entdecken, schauen sie doch mal auf die Webseite der VdF vorbei!
https://www.fruchtsaft.de

Das könnte Sie auch interessieren