Pauschalkritik an PET ist nicht angebracht

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90 % der PET-Einwegflaschen seien bepfandet (Quelle: PET Forum) © Steve Johnson on Unsplash
90 % der PET-Einwegflaschen seien bepfandet (Quelle: PET Forum) © Steve Johnson on Unsplash

PET-Flaschen für Mineralwasser, Limonaden & Co. sind eine nachhaltige Alternative zu Glas-Mehrweg. Darauf weist das Forum PET angesichts einer vielfach missverstandenen aktuellen Ökobilanz hin.

In einer aktuellen Stellungnahme erläutert die Interessenvertretung, in der unter anderem PET-Hersteller und Getränkeabfüller organisiert sind, die Hintergründe einer kritischen Ökobilanz des unabhängigen Ifeu-Instituts. Während sich diese allein mit den pfandfreien Getränkesegmenten Saft und Milch beschäftige, seien heute 90 Prozent der PET-Einwegflaschen bepfandet, so das Forum PET. Der große Markt der Pfandflaschen für Mineralwasser, Softdrinks und andere Getränke sei hingegen von den Ergebnissen nicht betroffen. Hinzu kämen die PET-Mehrwegflaschen, die in Ökobilanzen regelmäßig als besonders umweltfreundliche Gebinde herausragten.

Bereits heute werden 97 Prozent der bepfandeten PET-Einwegflaschen laut einer Studie der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung (GVM) von 2018 recycelt. Das Ifeu-Institut stellte schon in seiner letzten veröffentlichten Ökobilanz von 2010 fest, dass die marktbeherrschende 1,5 Liter-Einwegflasche für Mineralwasser aus PET mit Glas-Mehrwegflaschen gleichauf liege. Seitdem hat sich laut Forum PET das Gewicht von Einwegflaschen nochmals deutlich verringert und der Einsatz von recyceltem PET-Material ist sukzessive gestiegen.

Hersteller arbeiten an besseren Lösungen

Indessen setzte sich die PET-Industrie weiterhin mit der Ökobilanz der Saft- und Milchflaschen kritisch auseinander, heißt es aus Bad Homburg. Um die Haltbarkeit dieser Getränke zu gewährleisten, sei es teilweise notwendig, zusätzliche Barrierematerialien bei der Flaschenherstellung zu verwenden, die das Recycling erschweren, erklärt Dr. Isabell Schmidt, Geschäftsführerin bei der IK Industrievereinigung Kunststoffverpackungen e.V., einen der Gründe, warum sich die PET-Flaschen für verschiedene Getränke unterscheiden.

Die Industrie habe aber bereits recyclingfreundlichere Lösungen auf den Markt gebracht. Dadurch gehe es auch beim Recycling der Saftflaschen mittlerweile vorwärts. „Wir kennen in diesem Segment die Herausforderungen und setzen uns mit den Verpackungsherstellern, Abfüllern und Recyclern im Forum PET für die Schließung der Wertstoffkreisläufe ein. Etwa jede vierte bis fünfte Saftflasche kann mittlerweile recycelt werden. Die bereits verfügbaren Lösungen müssen sich jetzt weiter etablieren“, so Schmidt.

Glasflaschen „gewinnen“ nur auf kurzen Strecken

Die aktuelle Debatte um die Vermüllung der Meere setzt die PET-Industrie ebenso unter Druck wie Getränkehersteller. So klagt jetzt auch die Mineralbrunnenbranche über die ungerechtfertigte Kritik an dem Gebinde. Glasflaschen hätten lediglich bei einer Transportstrecke bis zu 150 Kilometern eine bessere Ökobilanz, unterstreicht der Brunnenverband VDM. Er verzeichnet derzeit starke Absatzverluste bei PET-Gebinden, die von der positiven Entwicklung beim Glas nicht ausgeglichen werden können.

Die wachsende Ablehnung von PET hat nicht zuletzt auch die Politik mit befeuert: Mit der Aussage, es sei unnötig, für den heimischen Verzehr Wasserflaschen zu kaufen, brachte Bundesumweltministerin Svenja Schulze die Branche Ende letzten Jahres gegen sich auf. In ihrem „5-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling“ forderte sie die Verbraucher auf, ihren Durst vorzugsweise mit Leitungs- statt Mineralwasser zu löschen.

Über das Forum PET

Im Forum PET sind international operierende Unternehmen aus der gesamten Wertschöpfungskette organisiert: PET-Hersteller, Preform- und Flaschenhersteller, Maschinenbauer, Verschlusshersteller, Getränkeabfüller und Recycler.

Autor: getraenke-news.de

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